Zwischen Gänsehaut und gesunder Anspannung
Angst spielt für den jungen Steirer keine dominante Rolle. „Man denkt schon darüber nach, was schiefgehen kann, aber nicht direkt vor dem Wegfahren.“ Statt Furcht überwiege Konzentration: „Mir hilft das mehr, als es mich beeinträchtigt. Es ist ein belebendes Gefühl. Manche nennen es Angst, andere Nervosität, ich nenne es gesunde Anspannung.“ Warum Kitzbühel so gefürchtet ist, weiß Wieser aus eigener Erfahrung: „In Kitzbühel geht es immer gleich zur Sache, schon in den ersten beiden Kurven. Da ist es brutal wichtig, wie es gleich am Anfang läuft.“
Im Training habe er die obere Passage besser gemeistert als im Rennen, „im Steilhang musste ich improvisieren“. Trotzdem zieht er ein positives Fazit seines Abfahrts--Weltcup-Debüts in Kitzbühel: „Die untere Passage und die Traverse habe ich so erwischt, wie ich es mir vorgestellt habe.“
Auf der großen Bühne
Ein Punkt in Kitzbühel ist für erfahrene Läufer nicht viel, für Wieser bei seinem ersten Start ein Meilenstein. „Da bin ich richtig stolz drauf. Das können nicht viele Leute von sich sagen. Es war eine Fahrt, die nicht perfekt war. Das stimmt mich positiv. Ich sehe noch viel Luft nach oben.“ Damit auf der Streif alles passt, braucht es mehr als Mut: Wieser hat sich intensiv vorbereitet, auch mental. Unterstützung kam von Kollegen wie Stefan Eichberger und Manuel Traninger. „Wir sind eine größere Gruppe mit ein paar, die nicht so erfahren waren, und haben uns einen Plan zurechtgelegt.“ Das sei gerade in Kitzbühel wichtig, weil es dort um mehr als das Rennen gehe: „Da ist sehr viel Spezielles dabei, viel Medienpräsenz und eine riesige Bühne.“