Wissenschaftliche Unterstützung erhält das Pistenteam dabei von Kurt Schindelwig von der Technischen Universität Innsbruck. In der Rennwoche vermisst er Sprungprofile, berechnet Flugkurven und identifiziert mögliche Schwachstellen. Seit Jahren baut Hauser auf diese Expertise. „Er liefert uns wichtige Hinweise, etwa, bei welchen Geschwindigkeiten ein Sprung kritisch wird oder wann er zu flach gerät.“ Dann nimmt Hannes Trinkl von der FIS – selbst ein ehemaliger Skirennläufer – die Piste zur Begutachtung ab, und die Kurssetzung wird präzise mit GPS vermessen. „Ich orientiere mich dabei zunächst am Vorjahreskurs, dann wird analysiert, diskutiert und angepasst – immer mit Blick auf die Auswertungen von Kurt Schindelwig“, sagt Hauser.
Auf der Zielgeraden
Das Hahnenkamm-Rennen ist aber nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch ein Kräftemessen mit der Natur. Temperatur, Feuchtigkeit, Wind und Sicht können über Erfolg oder Rückschritt entscheiden – und einmal mehr wird die Pistenpräparation in den letzten Tagen vor dem Rennen zur Wissenschaft. „Föhn und zu warmes Wetter wären das Schlimmste“, so Hauser. Auch zu große Kälte sei nicht optimal. „Das macht den Schnee trocken. Das Wasser dringt dann nicht mehr ein, sondern friert sofort und bildet Eisklumpen – ein Risiko für die Rennläufer.“ Und schnelle Reaktionen sind besonders bei Neuschnee gefragt: „Bis zu 400 Helferinnen und Helfer sind dann Tag und Nacht im Einsatz, um mit Schneeschaufeln, Salz und anderen Maßnahmen gegenzusteuern.“
Doch all das basiert auf der Grundlage, die Wochen zuvor geschaffen wurde. Am Renntag selbst bleibt kaum Spielraum für Fehler. „Ein guter Pistenarbeiter hat jederzeit im Blick, ob auch während des Rennens Kleinig-keiten anfallen“, weiß der Experte. Rund 300 Personen be-obachten währenddessen die Strecke, allesamt per Funk verbunden. Das verlangt beste Koordination: „Man muss den ganzen Berg im Blick haben und wissen, wo gerade was passiert.“ Für Herbert Hauser und sein Team endet das Rennen erst, wenn der letzte Athlet die Ziellinie überquert hat. Dann zeigt sich, ob die Piste ihrem Anspruch gerecht wird: perfekt zu sein.