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Mehr als nur Likes

Influencer sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Hahnenkamm-Rennens und machen die Faszination Skisport für die junge Generation erlebbar.

Zwei junge Männer in bunten Badehosen, mit Mützen und Sonnenbrillen auf den Köpfen. Bei eisiger Kälte sitzen sie neben der Rennstrecke im Schnee und bejubeln die Slalomstars, die nur wenige Meter entfernt den Steilhang hinunterjagen. „Kälte ist nur ein Begriff“, scherzt ORF-Kommentator Armin Assinger über die ungewöhnliche Szene. Doch nicht nur im Fernsehen sorgt das Duo für Gesprächsstoff. Was viele Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause vor den Bildschirmen nicht wissen: Bei den beiden handelt es sich nicht etwa um übermotivierte Fans, sondern um Adrian Vogt alias Aditotoro und Paul Frege – zwei der reichweitenstärksten Internetpersönlichkeiten aus der Schweiz, die gemeinsam mehrere Millionen Follower erreichen und international ebenso bekannt sind wie so manche Sportstars.

Auf TikTok geht ihr kurzer Clip im Jänner 2025 innerhalb weniger Stunden viral, wird hunderttausendfach aufgerufen, gelikt und kommentiert. Was auf den ersten Blick wie eine lustige und spontane Aktion wirkt, ist in Wahrheit Teil einer bewussten Strategie. Die beiden waren nicht zufällig vor Ort – sie wurden eingeladen, um genau jene Aufmerksamkeit zu generieren, die klassische Medien allein heute kaum mehr erreichen: die der jungen Zielgruppe.

Influencer:innen übersetzen die Faszination Skisport  in eine Sprache, die die Jugend versteht – authentisch, persönlich und in dem Format, das sie täglich konsumiert.
Skisport trifft Gen Z

Der Skisport konkurriert in der heutigen Zeit mit einer Vielzahl alternativer Entertainment-Angebote – und um relevant zu bleiben, muss er auch genau dort stattfinden, wo die nächste Generation ihre Inhalte konsumiert. Denn die Zeiten, in denen man am Wochenende gemeinsam mit der Familie vor dem Fernseher die Athleten auf der Streif anfeuerte, gehören weitgehend der Vergangenheit an. Doch die Faszination bleibt: Spektakuläre Action, emotionale Geschichten und echte Spannung haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Was sich geändert hat, ist die Art, wie diese Momente erlebt werden. Ab Mitte der 1990er geborene Menschen sind mit digitalen Medien aufgewachsen und konsumieren Inhalte vor allem online. Und hier kommen die Influencer ins Spiel: Sie übersetzen diese Faszination in eine Sprache, die die Jugend versteht – authentisch, persönlich und in dem Format, das sie täglich konsumiert.

Am Puls der Zeit

Influencer und Content Creators sind inzwischen ein fixer Bestandteil der Kommunikationsstrategie rund um die Hahnenkamm-Rennen. Die Notwendigkeit einer solchen Neuausrichtung zeichnete sich bereits vor der Coronapandemie ab. Weil Influencer-Marketing damals hierzulande noch wenig verbreitet war, galt es zunächst, Strukturen zu schaffen und Erfahrungen zu sammeln. Mittlerweile sorgt ein professionelles Rahmenkonzept mit klaren Guidelines, rechtlicher Absicherung und definierten Abläufen dafür, dass Inhalte authentisch und konsistent die Botschaften des Events und seiner Partner transportieren.

Ziel ist eine nachhaltige Verbindung zur nächsten Generation: Die Hahnenkamm-Rennen wollen den Skisport als Ganzes stärken, sein Image modern positionieren und das Interesse junger Menschen daran neu entfachen. Gezeigt werden soll, wie vielseitig, dynamisch und attraktiv Skifahren heute ist – und wie spannend sich der Sport auch jenseits klassischer TV-Übertragungen erleben lässt.

Durchdachte Kreativität

Die Auswahl der Content-Profis erfolgt nach klaren Kriterien: Deren Zielgruppe, Persönlichkeit, Sportaffinität und Internationalität spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die Passgenauigkeit ihres Contents zum Event. Es geht nicht nur darum, prominente Gesichter zu zeigen, sondern vielmehr Menschen einzubinden, die authentisch rund um die Renntage berichten. Vor Ort werden Inhalte produziert, die sowohl die sportliche Action als auch Momente hinter den Kulissen einfangen. Vom morgendlichen Briefing über die Tagesplanung bis zu spontanen Fan-Interaktionen ist jeder Tag ein Balanceakt zwischen Struktur und Flexibilität: Bei einem Großevent wie den Hahnenkamm-Rennen ist eine sorgfältige Vorbereitung zwar entscheidend, doch die Fähigkeit, flexibel und mit einer gewissen Leichtigkeit zu agieren, ist essenziell für ein erfolgreiches Ergebnis.

Influencer sind keine TV-Persönlichkeiten, die minutiösen Drehplänen folgen. Ihr Auftritt lebt von Natürlichkeit und einer persönlichen Handschrift, muss aber gleichzeitig auch alle zentralen Kommunikationsbedürfnisse erfüllen. Von der Teilnahme an der KITZ-CHARITY-Trophy bis hin zum Besuch der KITZ-RACE-Party ist die Bandbreite möglicher Aktivitäten groß und bietet vielfältige Möglichkeiten für reichweitenstarken Content. Das Ergebnis sind Formate, die die Spannung, Dynamik und Emotionen der Hahnenkamm-Rennen unmittelbar erlebbar machen – genau in der Art, wie junge Zielgruppen sie auf Plattformen wie TikTok oder Instagram erwarten.

20 Millionen Aufrufe erreicht der Hahnenkamm-TikTok-Kanal während der Rennwoche.

Keine Angst vor Ansteckung

Gleich vorweg: Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, haben Influencer nichts mit einer Krankheit zu tun. Vielmehr handelt es sich um Personen, die über ihre Kanäle im Internet Inhalte teilen, Meinungen prägen und ihre Anhängerschaft beeinflussen. Während Influencer oft stärker durch ihre Persönlichkeit und Reichweite wirken, legen Content Creators ihren Fokus meist auf kreative Umsetzung und Storytelling. In der Praxis überschneiden sich die Rollen jedoch häufig.

Reichweite mit Wirkung

Unmittelbare wirtschaftliche Effekte lassen sich zwar nur schwer quantifizieren, doch die Zusammenarbeit mit Influencern bringt einen erheblichen medialen Mehrwert mit sich. Ihre Reichweite auf sozialen Plattformen ermöglicht es, Botschaften gezielt zu platzieren, die Sichtbarkeit des Events zu erhöhen und ein digital-affines Publikum direkt anzusprechen. Gleichzeitig entsteht ein Multiplikatoreffekt: Die Inhalte werden geteilt, kommentiert und diskutiert, wodurch die Aufmerksamkeit über die eigenen Follower hinaus weiterwächst. Ein zusätzlicher Effekt zeigt sich bei der Besucherstruktur: Immer häufiger kommen insbesondere junge Gäste auf Empfehlung von Influencern zu den Hahnenkamm-Rennen. Ganze Familien reisen in die Gamsstadt, weil die Kinder ihre Lieblings-Internetstars live erleben – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark diese Persönlichkeiten als Motivatorinnen und Motivatoren wirken.

Hahnenkamm goes TikTok

Seit drei Jahren sind auch die Hahnenkamm-Rennen selbst offiziell auf TikTok vertreten. Dank der engen Zusammenarbeit mit Influencern verlief der Launch erfolgreich: Bereits in kurzer Zeit konnten Reichweite und Engagement deutlich gesteigert werden. Entscheidend ist, dass man in der Social-Media-Arbeit flexibel bleibt: Neue Formate werden aus-probiert, Trends beobachtet, kreative Ansätze getestet. Nur wer kontinuierlich experimentiert, kann auf den schnelllebigen Plattformen relevant bleiben und junge Zielgruppen inspirieren.

Wie sich die Welt der Influencer und Content Creators entwickeln wird, lässt sich angesichts des großen Wandels im Mediennutzungsverhalten nur schwer vorhersagen. Eines ist jedoch gewiss: Sie werden auch weiterhin Impulse setzen, Reichweite erzeugen und den Hahnenkamm auf eine Art erlebbar machen, die klassische Berichterstattung allein nicht leisten kann – und ja: manchmal eben auch in bunten Badehosen im Schnee.

Hier geht’s zum TikTok-Auftritt der Hahnenkamm-Rennen.

https://www.tiktok.com/@hahnenkammrennen

Fotos: shutterstock.com