Seit Gruggers Sturz hat sich einiges in der Verbreitung von Helmen getan: Der Helm gehört, auch wenn die Helmpflicht in den meisten österreichischen Bundesländern nur für Kinder gilt, zur Standardausrüstung. Das hat mehrere Gründe – einer davon ist laut Thurner ein anderer berühmter Verunfallter: Der Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus, prallte am Neujahrstag 2009 in der Steiermark auf der Piste mit einer slowakischen Skifahrerin zusammen. Er überlebte schwer verletzt, die Frau verstarb an den Folgen der Verletzung. Althaus hatte im Gegensatz zur verstorbenen Slowakin einen Helm getragen. Danach bemerkten die Herstellerfirmen einen deutlichen Anstieg der Helmkäufe. Laut Thurner spielt dabei die Weiterentwicklung eine zentrale Rolle. „Wir bauen leichtere und sicherere Helme – und wir entwickeln diese Technologien ständig weiter.“
Dabei setzen Hersteller wie Head auch auf ungewöhnliche Entwicklungsschritte: Zur Simulation von Stangenschlägen auf Rennhelme hat seine Firma zum Beispiel eine eigene Maschine entwickelt. „Wir simulieren unsere Helme mit dem Computer und testen parallel mit Impact-Tests, mit Windkanalversuchen und mit Funktionstests.“ Für Käufer von Helmen hat der Experte drei wichtige Tipps: Der Helm müsse die perfekte Passform haben, ohne Druckstellen, aber auch ohne Spiel. Auch bei Belüftung und Anpassung mit Skibrillen darf man kein Spiel lassen: Das muss passen. Und man soll einen Helm nehmen, der gut sitzt und einem gefällt: „Der sicherste Helm ist der, den man gerne und immer trägt.“
Bei Kitzbühel immer noch dabei
Wenn sich im Jänner die Skiwelt wieder auf das Hahnenkamm-Wochenende in Kitzbühel einschwingt, dann ist Hans Grugger auch dabei. „Als Erstes denke ich dabei aber an die Flugretter, die mir damals das Leben gerettet haben. Die rufe ich nach wie vor jedes Jahr um das Kitzbühel-Wochenende an.“ Seine Ansicht auf die Rennen selbst habe sich verändert, sagt der 44-Jährige: „Ich genieße die Rennen als Zuseher nach wie vor. Nur wer gewinnt, ist mir nicht so wichtig. Wichtig ist, dass alle gut unten ankommen. Wenn es Stürze gibt, kann es sein, dass ich ausschalten muss.“
Selbst kann der ehemalige Weltklasse-Abfahrer das Skifahren nicht sein lassen. „Aber nicht mehr als Rennläufer. Ich genieße vielmehr die Schönheit der Natur und bin dankbar, dass ich das ohne Schmerzen machen kann. Ich genieße jeden Tag.“ Für junge Athleten hat Hans Grugger drei wichtige Tipps parat: „Erstens: Wenn jemand den Skisport so sehr liebt, wie ich das getan habe, dann sollte man es versuchen. Zweitens: Nur gesund an den Start gehen. Das ist das Wichtigste. Und drittens: Auf das eigene Gefühl hören und sich nicht von Eltern oder Trainern in irgendetwas hinein-drängen lassen.“